IPGarten buchen

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Auf einem Hektar IPGarten-Fläche arbeiten während der Saison vier Gärtner*innen. Das Unternehmen zahlt für die anstrengende Handarbeit einen fairen Lohn, der deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.

Wir produzieren gemeinsam eigenes Gemüse und liefern dieses an unsere Kund*innen. Letzteres allerdings bislang nur für Berlin. Das wollen und müssen wir in 2020 ändern, damit der IPGarten und sein einzigartiges Konzept weiter wachsen können.
Aktuell (und das soll im Grundsatz auch so bleiben) ernten wir aus den individuellen Parzellen, legen die Erträge unverpackt in Pfandkisten und liefern diese direkt zum Kunden auf den Küchentisch, oder aber unsere Kunden holen ihre Erträge in Berlin-Tempelhof ab. Bisher ist unser Liefergebiet auf den Raum Berlin/Potsdam beschränkt, und wir haben nur kurze Transportwege und produzieren sehr wenig Müll.

Und das ist auch gut so! 😊

Nun gibt es viele Anfragen aus der gesamten Republik. Das ist natürlich großartig, und wir werden weitere IPGärten in anderen Regionen aufbauen müssen, um grundsätzlich vor allem regional agieren zu können. Bis dahin ist aber eine Zwischenlösung wichtig und sinnvoll, damit sich das Projekt durchsetzen und am Markt bestehen kann.
Aktuell recherchieren wir vernünftige Verpackungs- und Versandoptionen, die es jedem ermöglichen, sein persönliches IPGarten-Gemüse zu beziehen, auch wenn es noch keinen IPGarten direkt in der Region geben sollte.
Da wir durch den Versand eigene Lieferkosten (Auslieferfahrer, Lieferwagen usw.) „sparen“ könnten, wollen wir Dir als IPGärtner*in nur eine geringe Lieferpauschale in Aussicht stellen.
Als Verpackung haben wir z. B. die Landbox auf der Rechercheliste. Sie besteht aus Pappe und ist mit Stroh gedämmt. Alle Bestandteile sind biologisch komplett abbaubar. Das Stroh kann man z. B. auch als Einstreu für Tiere verwerten. Aber auch andere Systeme sind denkbar.
Für eine endgültige Entscheidung brauchen wir noch etwas Zeit.

So könnte sich das IPGarten-Gemüse auf dem Transportweg „wohl fühlen“. Wir sind schon ziemlich begeistert 🙂

Leider ist das nicht möglich. Aufgrund der BIO-Zertifizierung unserer Kooperationslandwirte wollen und müssen wir sehr darauf achten, welches Saatgut auf unserem Feld zum Einsatz kommt. Es ist für uns technisch und administrativ leider unmöglich jedes extern uns zur Verfügung gestellte Saatgut auf die Herkunft und Qualität zu überprüfen. Wir arbeiten sehr eng mit der Firma Bingenheimer zusammen und verlassen uns auf deren Qualitätskontrolle.

IP steht für Internetprotokoll. Jedes Endgerät, das mit dem Internet verbunden ist, hat eine eigene und einmalige IP-Adresse. Hierdurch ist es möglich, die Geräte eindeutig zu identifizieren und die gewünschten Funktionen anzusteuern. Das ist schließlich ein Kernelement des IPGartens, und somit bot die Abkürzung die Grundlage für die Namensgebung des Unternehmens.

Unseren Wasserbedarf decken wir aktuell durch einen eigenen Brunnen – also aus Grundwasser.

Eine hohe Pflanzenvielfalt beugt einem Schädlingsbefall vor. Fakt ist aber auch, dass wir grundsätzlich keine synthetischen Mittel (Pestizide/Herbizide) einsetzen. Sollte dies dennoch nötig sein, dann wägen wir mit unseren Kooperationsbauern das Pro und Contra sorgfältig ab. Wir halten uns überdies an die Bio-Verordnung und die Demeter-Richtlinien. In erster Linie sammeln wir Schädlinge ab und verwenden verschiedene Sude (z. B. Brennnesselsud und Jauche). Außerdem wollen wir evtl. indische Laufenten „casten“. Diese verspeisen z.B. liebend gern Schnecken.

Wenn der Boden austrocknet und die Pflanzen drohen Schaden zu nehmen, wird sich das System bei dir melden. Falls du den Autopiloten gebucht hast, musst du dich um die Bewässerung ohnehin nicht kümmern.

Du übernimmst den digitalen Part und echte Landwirt*innen führen die analoge Arbeit aus. Durch die Detailbilder wirst du in die Lage versetzt, einen sehr intensiven Blick auf deine Parzelle zu bekommen. In kritischen Situationen informiert dich das System automatisch. Wenn du eine Leistung (z. B. Beikraut jäten oder Tomaten ausgeizen) buchst, wirst du darüber informiert, wann die Arbeiten verrichtet werden. Falls du den Autopiloten gebucht hast, musst du dich ohnehin nicht kümmern.

Es ist ausgeschlossen, dass eine Monokultur entsteht. Der Pflanzplan ist für die Hälfte der Flächen vorgegeben. Mit drei Kartoffelsorten, Zucchini, Knoblauch und Blumen hat man schon allein in diesem Bereich eine enorme Vielfalt. Für die andere Hälfte sorgt der/die IPGärtner*in individuell – also du.

Diese Frage hat uns besonders gefreut. Das Hofsterben in Deutschland hat eine enorme Dimension angenommen. Wir können Kleinbauern die Möglichkeit geben, sich über den IPGarten quer zu finanzieren. Der/die Landwirt*in könnte seine/ihre eigenen restlichen Flächen weiterhin wie gewohnt bewirtschaften und kann sein/ihr Einkommen durch die Bewirtschaftung des IPGarten-Feldes steigern. Für den Bauern wird es sicherlich eine Umgewöhnung sein in Metern zu denken, aber lieber etwas Umdenken, als den geliebten Hof aufgeben.

Die Erfahrungen aus den letzten Saisons haben gezeigt, dass sich mit einer Fläche von 16 m² eine kleine Familie ein halbes Jahr mit Gemüse gut versorgen kann. Es wird sogar notwendig sein sich Wissen rund um das Einlagern und Haltbarmachen von Gemüse anzueignen und anzuwenden. Dann hat man sogar im Winter noch etwas davon.

Die Gemeinwohlökonomie liefert für den IPGarten das perfekte Fundament, um vom ersten Tag der Gründung an, die ehrgeizigen Ziele der Vision schnellstmöglich zu erreichen und uns stets zu hinterfragen. Sie bietet uns eine sehr gute Orientierung in Bezug zu unten stehenden Themen.

Übersicht:

  • alternatives Modell der ethischen Marktwirtschaft
  • analysiert Themen wie Krisen des Kapitalismus, Bildungsthemen
  • Umkehr vom Zweck zum Mittel – Geld darf nicht länger der Zweck sein
  • Konkurrenten werden zu Mitanbietern
  • kritische Auseinandersetzung mit dem Indikator BIP
  • Transparenz über ethisches Wirtschaften herstellen – Ampel
  • Betrachtung von Einkommensspannen, Geldverteilung
  • Demokratisierung von Unternehmen
  • kritische Auseinandersetzung mit dem Finanzsektor

Nutzen der GWÖ-Bilanzierung

  • 360° Blick durch das Unternehmen
  • IST-Zustandsanalyse
  • Mitarbeitermotivationsinstrument
  • Wissenszuwachs durch Einbeziehung der Stakeholder
  • Eröffnung der Handlungsfelder mit Orientierungsgrundlage
  • Unterstützer einer guten Sache – Pionierunternehmen
  • Langfristiges Ziel: Steuererleichterung je nach Bilanzwert

Vision der Gemeinwohlökonomie
Auf wirtschaftlicher Ebene ist sie eine lebbare, konkret umsetzbare Alternative für Unternehmen verschiedener Größen und Rechtsformen. Der Zweck des Wirtschaftens und die Bewertung von Unternehmenserfolg werden anhand Gemeinwohl-orientierter Werte definiert.
Auf politischer Ebene will die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie rechtliche Veränderung bewirken. Ziel des Engagements ist ein gutes Leben für alle Lebewesen und den Planeten, unterstützt durch ein Gemeinwohl-orientiertes Wirtschaftssystem. Menschenwürde, globale Fairness und Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung sind dabei wesentliche Elemente.
Auf gesellschaftlicher Ebene ist die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie eine Initiative der Bewusstseinsbildung für Systemwandel, die auf dem gemeinsamen, wertschätzenden Tun möglichst vieler Menschen beruht. Die Bewegung gibt Hoffnung und Mut und sucht die Vernetzung und Befruchtung mit anderen alternativen Initiativen.

Ein → 5-minütiges Video gibt einen weiteren Einstieg in die Materie.

Der IPGarten-Acker liegt in Lindenberg bei Groß Garz in der wenig besiedelten Altmark in Sachsen-Anhalt – am Rande des UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Dabei sind wir lediglich 125 km von der Berliner Stadtgrenze entfernt – und ungefähr genauso weit von Hamburg.

Unsere Kooperationsbauern sind bio- und Demeter-zertifiziert. Die Bio-Zertifizierung wird auch vom IPGarten selbst angestrebt.

  • Wir verwenden ausschließlich zertifiziertes Bio-Saatgut (BIO/Demeter).
  • Wir verzichten grundsätzlich auf den Einsatz von synthetischen Herbiziden und Pestiziden.
  • Wir verwenden ausschließlich pflanzliche & tierische Naturdünger aus nicht konventioneller Landwirtschaft.
  • Darüber hinaus wird unser gesamtes Unternehmen durch die Orientierung an den Grundsätzen der Gemeinwohlökonomie nicht nur an den Anforderungen der Umwelt ausgerichtet, sondern es setzt auch soziale und kulturelle Mindeststandards.

Das Projekt IPGarten soll und darf besucht werden. Wir führen gerne über das IPGarten-Gelände und erklären anschaulich unser Projekt. Allerdings sprechen folgende Gründe gegen das Betreten der Parzellen:

  • Der Datenschutz kann nicht immer gewahrt werden, denn Kameras filmen und streamen ins Internet.
  • Empfindliche Sensortechnik ist in den Beeten verbaut und könnte beschädigt werden.
  • Die notwendige, individuelle Betreuung der Kunden wäre nicht wirtschaftlich.
  • Die Infrastruktur müsste für unsere Kunden ausgebaut werden (eine ausreichende Anzahl an Toiletten und Parkplätzen, etc.).
  • Die Parzellen sind eng bepflanzt und haben sehr schmale Pflegepfade. Eine Begehung durch Kunden würde Pflanzen und Boden übermäßig strapazieren.
  • Die Nutzung und Anwendung eigener Gartenprodukte würde nicht ausreichend kontrolliert werden können (Düngemittel, Pestizide, Saatgut usw.) und könnte Pflanzen, Tiere und Boden schädigen.
  • Versicherungsprämien zum Schutz unserer Kunden würden fällig.
  • Durch Fahrten zur eigenen Parzelle würde die Sinnhaftigkeit der regionalen Versorgung durch das IPGarten-Projekt in Frage gestellt. Es ist ein Unterschied, ob ein LKW mit hundert Gemüsekisten in die Stadt fährt, und die Kunden ihre Ware in Wohnnähe abholen, oder ob jeder Kunde selbst aufs „Land“ fährt, um sich seine eigene Kiste abzuholen.
  • Wir wollen keine Konkurrenz zum eigenen Gemüsegarten sein. Vielmehr wollen wir junge wie alte Menschen über die „digitale Brücke“ IPGarten wieder zum Garten zurückführen.
  • Der IPGärtner oder die IPGärtnerin kann sich altes und neues Wissen aneignen, um die Grundlage zur Selbstversorgung zu bewahren.

Selbstverständlich. Wir halten zukünftig immer einen gewissen Anteil der Parzellen für Veganer bereit. Der einzige Unterschied liegt hierbei in der Düngung. Wir verzichten auf den sehr nährstoffreichen Tierdung und können den Nährstoffbedarf durch Pflanzendünger ausgleichen.

Das Saatgut stammt unter Anderen von der → Bingenheimer Saatgut AG. Bingenheimer bietet ausschließlich ökologisch zertifiziertes Saatgut an und ist Unterstützer des IPGartens.

Die Natur ist nur schwer zu berechnen und sucht sich oftmals ihre eigenen Wege. So kann es auf ganz natürliche Weise zu Ernteausfällen kommen. Doch die Gemeinschaft steht hierfür ein. Ein Quadratmeter von jeder Parzelle „gehört“ allen und wird geteilt. Somit haben wir die Möglichkeit auf Ernteausfälle zu reagieren, und niemand muss leer ausgehen. Es wird im Bedarfsfall bis zu 1/16 deiner Gesamternte einbehalten und der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt. Große Gemüsesorten wie Zucchini und Kürbis werden natürlich nicht extra angeschnitten.

Eine Parzelle ist 4 x 4 Meter groß, also somit ca. 16 m². Eine Parzelle ist in 16 Sektionen à 1 m² unterteilt.

In der Saison 2020 sind bis zu 4 m² mit drei verschiedenen Kartoffelsorten, Blumen oder diversen Kräutern bepflanzt. Die übrigen 12 m² kannst du frei entwickeln und dich aus unserem Saatgutpool bedienen. Zusätzlich kannst du andere vorgefertigte Pflanzpläne erwerben.