Gemeinwohl Ökonomie

GWÖ

 

Alternatives Wirtschaftssystem für eine gerechtere Welt

Ein Wandel in der Welt der Wirtschaft ist notwendig. Wir wollen diesen Wandel aktiv mit vorantreiben und haben uns zum Ziel gesetzt langfristig als Beispielunternehmen zu fungieren. Ein alternatives Wirtschaftssystem bietet die Gemeinwohl Ökonomie (GWÖ). Im Jahr 2010 wurde der Grundstein der Bewegung von 17 Unternehmen in Österreich gelegt. Seit dem breitet sich die GWÖ in der gesamten Welt aus. Eine besonders erfolgreiche Etablierung ist neben den DACH-Staaten im spanisch sprachigen Raum zu verzeichnen. Die GWÖ richtet sich sowohl an Unternehmen als auch an Gemeinden, NGOs, Parteien, Privatpersonen, Bildungseinrichtungen und vielen mehr.  Beim Erstellen einer GWÖ-Bilanz ermittelt ein Unternehmen beispielsweise inwieweit seine Art und Weise des Wirtschaftens dem Gemeinwohl dient. Neben dem Erkenntnisgewinn zum Status quo erhält man ein perfektes Instrument sein Unternehmen sukzessive zu optimieren und sich gegenüber allen Anspruchsgruppen transparent darzustellen. Das Handbuch der GWÖ ist eine wahre Schatzkiste.

Wir haben die GWÖ in unserer Gründungsurkunde, dem Gesellschaftervertrag, eingebunden und sind damit in dieser Art wohl einzigartig. (Gegenbeweise sind massenhaft erwünscht) Die IPGarten GmbH richtet ihr Streben und Wirtschaften nach den Eckpfeilern der GWÖ aus. Angefangen haben wir mit dem Selbsttest sowie dem Erstellen der Einstiegsbilanz. Aktuell arbeiten wir an der Vollbilanzierung des Unternehmens nach Gemeinwohl-Matrix 5.0 und stehen für Fragen und Hinweise gern zur Verfügung.

 

Kurze Zusammenfassung und Einblick in die GWÖ

Was?

Mit der Gemeinwohl-Bilanz misst ein Unternehmen (privat oder öffentlich, gemeinnützig oder gewinnorientiert, groß oder klein, jeder Branche) seinen Beitrag zum Gemeinwohl einer demokratischen Gesellschaft. Konkret legt es Rechenschaft darüber ab, wie sehr es die fünf wichtigsten Verfassungswerte demokratischer Staaten lebt: Menschenwürde, Solidarität, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Demokratie. Dafür kann es maximal 1.000 Gemeinwohl-Punkte erzielen, die in Zukunft in Form einer 5-farbigen Gemeinwohl-Ampel auf seinen Produkten aufscheinen könnte. Je besser das Gemeinwohl-Bilanz-Ergebnis, desto größer sollen in Zukunft die rechtlichen Vorteile für dieses Unternehmen sein: Vom reduzierten Mehrwertsteuersatz über niedrigere Zolltarife bis zum Vorrang beim öffentlichen Einkauf.

Wozu?

Die Erstellung einer Gemeinwohlbilanz bietet folgenden Nutzen:

  • Sinnstiftung: Die Auseinandersetzung mit der GWÖ kann einer Organisation helfen, den eigenen Sinn und Daseinszweck wieder zu finden: Was ist der Zweck des Unternehmens und wie trage ich damit zum Gemeinwohl bei?
  • Organisationsentwicklung: Der ethische 360-Grad-Blick schafft Bewusstsein, was ein Unternehmen konkret tut und wie es in allen Bereichen ein höheres Maß an Verantwortung und Werttreue leben kann.
  • Status quo-Erhebung und Kontrolle: Mit dem Gemeinwohl-Bericht wird der aktuelle “ethische Status quo” dokumentiert. Durch eine Peer-Evaluierung oder externes Audit erhält das Unternehmen eine kritische Außensicht.
  • Transparenz gegenüber allen Berührungsgruppen: Eine Gemeinwohlbilanz bietet umfassende Einblicke in ein Unternehmen und kann helfen, neue KundInnen/MitarbeiterInnen zu gewinnen.
  • Pionierrolle: Die Bilanz-Unternehmen wirken aktiv an der Realisierung eines alternativen Wirtschaftssystems mit.
  • Netzwerk und Synergien: Mit der Erstellung erhält das Unternehmen Zugang zu einem Netzwerk “Gleichgewillter” und kann mit diesen umfassend kooperieren, vom Know-how-Teilen über Kredite bis zur eigenen Währung.

Die 10 Punkte der Gemeinwohlökonomie

  1. Die Gemeinwohl-Ökonomie ist der Aufbruch zu einer ethischen Marktwirtschaft, deren Ziel nicht die Vermehrung von Geldkapital ist, sondern das gute Leben für alle.
  2. Sie setzt die Menschenwürde, die Menschenrechte  und die ökologische Verantwortung als Gemeinwohlwerte auch in der Wirtschaft um.
  3. Wie diese Werte im unternehmerischen Alltag gelebt werden können, zeigt die Gemeinwohl-Matrix. Sie wird laufend weiterentwickelt und soll demokratisch entschieden werden.
  4. Anhand der Matrix erstellen die Unternehmen eine Gemeinwohl-Bilanz. Im Gemeinwohl-Bericht erklären sie die Umsetzung der Gemeinwohlwerte sowie ihr Entwicklungspotential und nehmen eine Bewertung vor. Bericht und Bilanz werden extern überprüft und veröffentlicht. Damit werden die Leistungen für das Gemeinwohl bekannt gemacht.
  5. Gesellschaftliche Unterstützung erfahren Gemeinwohl-Unternehmen zunächst am Markt durch Verbraucher*Innen, KooperationspartnerInnen und gemeinwohlorientierte Geldgeber*Innen.
  6. Als Ausgleich für überdurchschnittliche Leistungen zum  Gemeinwohl  sollen  Gemeinwohl-Unternehmen rechtliche Vorteile bei Steuern, Krediten und öffentlichen Aufträgen sowie im internationalen Handel erhalten.
  7. Unternehmensgewinne dienen der Stärkung der Unternehmen sowie der  Einkommenserzielung und der Alterssicherung der Unternehmer*Innen und der Beschäftigten, nicht aber der Vermögensvermehrung externer Kapitalgeber*Innen. So gelangen die Unternehmer*Innen zu Freiräumen für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften, frei vom Druck zu größtmöglicher Kapitalrendite.
  8. Dadurch schwindet der Drang zum Wirtschaftswachstum. Es öffnen sich Möglichkeiten für ein erfülltes Leben bei Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. In der Arbeit können sich Wertschätzung und Fairness sowie Kreativität und Kooperation besser entfalten.
  9. Mit der Begrenzung von Vermögensungleichheiten steigen die Chancen für die gleichberechtigte Teilhabe Aller am wirtschaftlichen und politischen Leben.
  10. Die Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung lädt dazu ein, die Verwirklichung der genannten Werte in Wirtschaft und Gesellschaft mitzugestalten. Alle Ideen für eine zukunftsfähige Wirtschaftsordnung sollen in demokratischen Prozessen entwickelt, vom Souverän entschieden und in der Verfassung verankert werden.