FAQ

Selbstverständlich. Wir halten einen gewissen Anteil der Parzellen immer für Veganer bereit. Der einzige Unterschied liegt hierbei in der Düngung. Wir verzichten auf den sehr nährstoffreichen Tierdung und können den Nährstoffbedarf durch Pflanzendünger ausgleichen.

Das Saatgut stammt ausschließlich von der → Bingenheimer Saatgut AG. Bingenheimer bietet ausschließlich ökologisch zertifiziertes Saatgut an und ist Unterstützer des IPGartens.

Die Natur ist nur schwer zu berechnen und sucht sich oftmals ihre eigenen Wege. So kann es auf ganz natürliche Weise zu Ernteausfällen kommen. Doch die Gemeinschaft steht hierfür ein. Ein Quadratmeter von jeder Parzelle „gehört“ allen und wird geteilt. Somit haben wir die Möglichkeit auf Ernteausfälle zu reagieren, und niemand muss leer ausgehen. Es wird im Bedarfsfall lediglich 1/16 deiner Gesamternte einbehalten und der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt. Große Gemüsesorten wie Zucchini und Kürbis werden natürlich nicht extra angeschnitten.

Die Maße der Parzelle betragen ca. 4 x 4 Meter und somit ca. 16 m². Eine Parzelle ist in 16 Sektionen à 1 m² unterteilt.

In der Saison 2017 sind 8 m² mit drei Kartoffelsorten, Knoblauch, Zwiebeln, Kohl, Blumen und diversen Kräutern bepflanzt. Die anderen 8 m² kannst du frei entwickeln und dich aus unserem Saatgutpool bedienen. Zusätzlich kannst du andere vorgefertigte Pflanzpläne erwerben.

Das Projekt IPGarten soll und darf besucht werden. Wir führen gerne über das IPGarten-Gelände und erklären anschaulich unser Projekt.
Allerdings sprechen folgende Gründe gegen das Betreten der Parzellen:

  • Der Datenschutz kann nicht immer gewahrt werden, denn über 100 Kameras filmen und streamen ins Internet.
  • Empfindliche Sensortechnik ist in den Beeten verbaut und könnte beschädigt werden.
  • Die notwendige, individuelle Betreuung der Kunden wäre nicht wirtschaftlich.
  • Die Infrastruktur müsste für unsere Kunden ausgebaut werden (eine ausreichende Anzahl anToiletten und Parkplätzen, etc.).
  • Die Parzellen sind eng bepflanzt und haben sehr schmale Pflegepfade. Eine Begehung durch Kunden würde Pflanzen und Boden übermäßig strapazieren.
  • Die Nutzung und Anwendung eigener Gartenprodukte würde nicht ausreichend kontrolliert werden können (Düngemittel, Pestizide, Saatgut usw.) und könnte Pflanzen, Tiere und Boden schädigen.
  • Versicherungsprämien zum Schutz unserer Kunden würden fällig.
  • Durch Fahrten zur eigenen Parzelle würde die Sinnhaftigkeit der regionalen Versorgung durch das IPGarten-Projekt in Frage gestellt. Es ist ein Unterschied, ob ein LKW mit fünfzig Gemüsekisten in die Stadt fährt, und die Kunden ihre Ware in Wohnnähe abholen, oder ob jeder Kunde selbst aufs „Land“ fährt, um sich seine eigene Kiste abzuholen.
  • Wir wollen keine Konkurrenz zum eigenen Gemüsegarten sein. Vielmehr wollen wir junge wie alte Menschen über die „Brücke“ IPGarten wieder zum Garten zurückführen. Der IPGärtner oder die IPGärtnerin kann sich altes und neues Wissen aneignen, um die Grundlage zur Selbstversorgung zu bewahren.

Die Bio-Zertifizierung wird vom IPGarten im Laufe des Jahres 2017 angestrebt. Aber schon jetzt bewirtschaften wir den Garten unter ökologischen Kriterien:

  • wir verwenden ausschließlich zertifiziertes Bio-Saatgut (BIO / Demeter)
  • das → aktuelle Bodengutachten bestätigt die Schadstofffreiheit des Bodens
  • wir verzichten auf den Einsatz von sogenannten "Pflanzenschutzmitteln"
  • wir verzichten auf den Einsatz von Pestiziden
  • wir verwenden ausschließlich pflanzliche & tierische Naturdünger in eher „homöopathischen“ Mengen aus nicht konventioneller Landwirtschaft

Darüber hinaus wird unser gesamtes Unternehmen mit der Implementierung der Grundsätze der Gemeinwohlökonomie nicht nur an den Anforderungen der Umwelt ausgerichtet, sondern es setzt auch soziale und kulturelle Mindeststandards.

Das Feld ist im anhaltinischen Teil des wunderschönen Havellandes. Dabei sind wir lediglich 80 km von der Berliner Stadtgrenze entfernt. Für die Saison 2018 haben wir uns weitere fünf Hektar direkt vor den Toren Berlins (in Nauen) sichern können.

Die Gemeinwohlökonomie liefert für den IPGarten das perfekte Fundament um vom ersten Tag der Gründung an die ehrgeizigen Ziele der Vision schnellstmöglich zu erreichen und uns stets zu hinterfragen.

Übersicht:

» Alternatives Modell der ethischen Marktwirtschaft
» Analysiert Themen wie Krisen des Kapitalismus, Bildungsthemen
» Umkehr vom Zweck zum Mittel – Geld darf nicht länger der Zweck sein
» Konkurrenten werden zu Mitanbietern
» Kritische Auseinandersetzung mit dem Indikator BIP
» Transparenz über ethisches Wirtschaften herstellen – Ampel
» Betrachtung von Einkommensspannen, Geldverteilung
» Demokratisierung von Unternehmen
» Kritische Auseinandersetzung mit dem Finanzsektor

Nutzen der GWÖ – Bilanzierung

  • 360° Blick durch das Unternehmen
  • IST-Zustandsanalyse
  • Mitarbeitermotivationsinstrument
  • Wissenszuwachs durch Einbeziehung der Stakeholder
  • Eröffnung der Handlungsfelder mit Orientierungsgrundlage
  • Unterstützer einer guten Sache – Pioneerunternehmen
  • Langfristiges Ziel: Steuererleichterung je nach Bilanzwert

Vision der Gemeinwohlökonomie
Auf wirtschaftlicher Ebene ist sie eine lebbare, konkret umsetzbare Alternative für Unternehmen verschiedener Größen und Rechtsformen. Der Zweck des Wirtschaftens und die Bewertung von Unternehmenserfolg werden anhand Gemeinwohl-orientierter Werte definiert.
Auf politischer Ebene will die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie rechtliche Veränderung bewirken. Ziel des Engagements ist ein gutes Leben für alle Lebewesen und den Planeten, unterstützt durch ein Gemeinwohl-orientiertes Wirtschaftssystem. Menschenwürde, globale Fairness und Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung sind dabei wesentliche Elemente.
Auf gesellschaftlicher Ebene ist die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie eine Initiative der Bewusstseinsbildung für Systemwandel, die auf dem gemeinsamen, wertschätzenden Tun möglichst vieler Menschen beruht. Die Bewegung gibt Hoffnung und Mut und sucht die Vernetzung und Befruchtung mit anderen alternativen Initiativen.

Ein → 5-minütiges Video gibt einen weiteren Einstieg in die Materie.

Die Erfahrungen aus der Testpächtersaison haben gezeigt, dass sich mit einer Fläche von 16m² eine kleine Familie ein halbes Jahr mit Gemüse gut versorgen kann. Es wird sogar notwendig sein sich Wissen rund um das Einlagern und Haltbarmachen von Gemüse anzueignen und anzuwenden.

Diese Frage hat uns besonders gefreut. Das Hofsterben in Deutschland hat eine enorme Dimension angenommen. Wir können Kleinbauern die Möglichkeit geben sich über den IPGarten quer zu finanzieren. Der/die Landwirt*in könnte seine eigenen restlichen Flächen weiterhin wie gewohnt bewirtschaften und kann sein Einkommen durch die Bewirtschaftung des IPGarten-Feldes steigern. Für den Bauern wird es sicherlich eine Umgewöhnung sein in Metern zu denken, aber lieber etwas Umdenken, als den geliebten Hof aufgeben.

Es ist ausgeschlossen, dass eine Monokultur entsteht. Der Pflanzplan ist für die Hälfte der Flächen vorgegeben. Mit drei Kartoffelsorten, Zucchini, Knoblauch und Blumen hat man schon allein in diesem Bereich eine enorme Vielfalt. Für die andere Hälfte sorgt der/die IPGärtner*in individuell, also du.

Du übernimmst den digitalen Part und echte Gärtner*innen werden die analoge Arbeit ausführen. Durch die Detailbilder wirst du in die Lage versetzt, einen sehr intensiven Blick auf deine Parzelle zu bekommen. In kritischen Situationen informiert dich das System automatisch. Wenn du eine Leistung (z.B Beikraut jäten, Tomaten ausgeizen) buchst, wirst du darüber informiert, wann die Arbeiten verrichtet werden.

Wenn der Boden austrocknet und die Pflanzen drohen Schaden zu nehmen, wird sich das System bei dir melden.

Eine hohe Pflanzenvielfalt beugt einem Schädlingsbefall vor. Fakt ist aber auch, dass wir keine chemischen Stoffe einsetzen. Wir sammeln Schädlinge ab und verwenden verschiedene Sude (z.B. Brennesselsud und Jauche). Außerdem wollen wir indische Laufenten „casten“. Diese verspeisen z.B. liebend gern Schnecken.

Das meiste Wasser fällt normalerweise vom Himmel. Wir sammeln derzeit auch zusätzliches Regenwasser. Den Bedarf, den wir dadurch nicht decken können, gewinnen wir durch einen eigenen Brunnen - also aus Grundwasser.

IP steht für Internetprotokoll. Jedes Endgerät, das mit dem Internet verbunden ist, hat eine eigene und einmalige IP-Adresse. Hierdurch ist es möglich, die Geräte eindeutig zu identifizieren und die gewünschten Funktionen anzusteuern. Das ist schließlich ein Kernelement des IPGartens und somit bot die Abkürzung die perfekte Grundlage für die Namensgebung des Unternehmens.

Leider ist das nicht möglich. Auf Grund der (angestrebten) BIO-Zertifizierung wollen und müssen wir sehr darauf achten, welches Saatgut auf unserem Feld zum Einsatz kommt. Es ist für uns technisch und administrativ leider unmöglich jedes extern uns zur Verfügung gestellte Saatgut, auf die Herkunft und Qualität zu überprüfen. Wir arbeiten sehr eng mit der Firma Bingenheimer zusammen und verlassen uns auf deren Qualitätskontrolle.